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Veranstaltung: Eine Welt ohne IWF ist möglich!

 
1. November, 19.00 bis 21.30 Uhr

Saal der Jerusalemgemeinde, Berlin-Kreuzberg, Lindenstraße 85 (gegenüber Jüdischem Museum, U-Hallesches Tor)

ReferentInnen:

Lidy Nacpil, Koordinatorin des internationalen Netzwerks Jubilee South und bisherige Generalsekretärin der »Freedom from Debt Coalition«, Philippinen, Aktivistin gegen das Marcos Regime

Antonio Tricarico, Koordinator der italienischen Kampagne zur Reform der Weltbank (Campagna per la Riforma della Banca Mondiale/Mani Tese)

Der Internationale Währungsfonds steckt in einer handfesten Krise. Er wird u. a. für die Asienkrise und die Argentinienkrise mitverantwortlich gemacht. Argentinien, Brasilien, Indonesien und andere "Hauptkunden" des IWF haben nun ihre Kredite frühzeitig zurückgezahlt. Wie »gebrannte Kinder« wollen sie sich ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht länger vom IWF vorschreiben lassen. Neben dem Verlust an Glaubwürdigkeit hat der IWF jetzt auch ein Finanzierungsproblem: Sinkende Kreditnachfrage zieht sinkende Zinseinnahmen nach sich, aus denen er sich finanziert.

Der IWF scheint irrelevant geworden zu sein. Wenn asiatische Schwellen- und Tigerstaaten oder die Erdöl exportierenden Ländern ihre gigantischen Dollar-Währungsreserven umtauschen und in den USA der Konjunkturmotor stottert, besteht die Möglichkeit, dass der auf Pump gebaute Wirtschaftsboom in den USA in sich zusammenfällt und die Weltwirtschaft mit sich in die Krise zieht. In Bezug auf diese Hauptsorge der globalen Finanzwelt hat der IWF nichts anzubieten. Darin besteht sein institutionelles Problem.
Früher war der IWF Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft und ein wichtiges Instrument der G8-Länder. Heute hat er weder die nötige Währungsreserven, um eine große Krise aufzuhalten noch schätzen seine Mitgliedsländer den Kredit des IWF, wegen seiner Auflagen. Nur den ärmsten Entwicklungsländern bleibt keine andere Wahl, als diese Kreditkonditionalitäten zu akzeptieren.

In der weltweiten Zivilgesellschaft sehen viele die Zeit gekommen, dem IWF mit seiner brutalen Strukturanpassungspolitik endlich den Garaus zu machen. Die Möglichkeit besteht, die Gelegenheit ist günstig. Aber wie? Und welche Restfunktionen bleiben übrig, wie können sie übernommen werden? Und ist es strategisch überhaupt klug, auf diese Diskussion über das »Nach dem IWF« viel Energie zu verwenden?

Die Veranstaltung wird simultan deutsch-englisch übersetzt. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort:
Saal der Jerusalemgemeinde,
Berlin-Kreuzberg, Lindenstraße 85
Die Jerusalemgemeinde befindet sich in Kreuzberg gegenüber dem Jüdischen Museum.
U6 Kochstraße
U6 und U1 Hallesches Tor
Bus 248 Jüdisches Museum

Die Veranstaltung wird getragen von:

Action Aid
Aktionsbündnis gegen AIDS
ATTAC-Deutschland
BLUE 21 - Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung
Brot für die Welt
BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland
DNR - Deutscher Naturschutzring
EED - Evangelischer Entwicklungsdienst
Erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung
EURODAD - European Network on Debt and Development
FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika
Forum Umwelt und Entwicklung
GeN - Gen-ethisches Netzwerk
Gerechtigkeit jetzt!
Inkota Netzwerk
medico international
Stiftung Nord-Süd-Brücken
Terre des Hommes
VENRO - Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen
WEED - Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung

Einladungsflyer >>

mehr Infos zum Thema:
Wie man sein Geld nicht los wird und dabei Pleite geht >>
(pdf-Datei, externer Link von blue21.de)


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